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Technik, Taktik und Lebensretter - Freiwillige Feuerwehr Markt Reisbach

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Technik, Taktik und Lebensretter

Aktuelles > 2026 > Juli 2026
Quelle Text und Bild: Dingolfinger Anzeiger 21.07.2026 Monika Ebnet
Technik, Taktik und Lebensretter
Feuerwehr Reisbach informierte neue Interessierte
Die beste Ausrüstung nützt nichts, wenn es an helfenden Händen fehlt. Unter dem klaren Motto „Wenn es brennt, möchte schließlich jeder, dass bei ihm gelöscht wird“ hatten die ehrenamtlichen Kräfte der Ortswehr zu einem Informationsnachmittag ins Gerätehaus eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, Jugendliche ab zwölf Jahren sowie interessierte Erwachsene für den aktiven Dienst in der Feuerwehr zu begeistern.
Das Team um Kommandant Peter Jobst hatte dafür ein abwechslungsreiches Programm ausgearbeitet, das den Besuchern einen kurzweiligen und tiefen Einblick in das Feuerwehrwesen bot.
Schere, Spreizer und Atemschutz
An verschiedenen Stationen konnten sich die Gäste ein genaues Bild von den Gerätschaften machen, wichtige Informationen für den Ernstfall zu Hause mitnehmen und die Technik vor allem selbst ausprobieren. Aufmerksamkeit zog die Präsentation der Atemschutzgeräteträger auf sich. Die Ausrüstung wiegt rund 25 Kilogramm und ist für den Schutz im dichten Rauch unerlässlich. Die Verantwortlichen erläuterten die Nutzung der Wärmebildkamera zur Personensuche und erklärten die strengen Sicherheitsregeln: Im Ernstfall geht niemals ein Feuerwehrler allein in ein Gebäude, sondern immer im Trupp unter ständiger Sicherung. Auch die Atemschutzwerkstatt konnte besichtigt werden.
Ein Highlight war das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20), an dem der schwere Rettungssatz aufgebaut war. An einem alten Auto durften die Besucher unter fachkundiger Anleitung selbst den hydraulischen Spreizer ansetzen und testen. Dabei erfuhren sie hautnah, wie viele Faktoren – vom Schutz des Insassen bis zur Sicherung des Unfallwagens – bei einer technischen Hilfeleistung berücksichtigt werden müssen.
Besonderes Augenmerk galt einer absoluten Besonderheit der Reisbacher Wehr: dem Projekt „Defi-Zubringer“. In Deutschland erleidet alle vier Minuten ein Mensch einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Weil in den ersten drei bis fünf Minuten die Überlebenschance pro Minute ohne Hilfe um etwa zehn Prozent sinkt, hat die Feuerwehr Reisbach dieses medizinische Erstversorger-Projekt ins Leben gerufen. Initiiert wurde es in enger Zusammenarbeit mit dem 2025 verstorbenen ärztlichen Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Jürgen Königer. Die Wehr nimmt damit eine absolute Vorreiterrolle ein. Aktuell gehören 15 speziell geschulte Feuerwehrangehörige zum Team. Bei einem Verdacht auf Herz-Kreislauf-Stillstand werden sie parallel zum Rettungsdienst durch die Integrierte Leitstelle (ILS) Landshut alarmiert. Ihr Einsatzradius beträgt rund sieben Fahrminuten und reicht weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Das erklärte Ziel: Innerhalb von fünf Minuten mit dem Automatisierten Externen Defibrillator (AED) am Patienten zu sein.
Gerade im ländlichen Raum, wo der Rettungssatz oft längere Anfahrtswege hat, rettet dieser Zeitvorsprung Leben. Bei mehreren schon gefahrenen Einsätzen war die Feuerwehr teils zehn Minuten oder noch früher als der Rettungsdienst vor Ort. Drei Reanimationen verliefen bereits primär erfolgreich, was die enorme Bedeutung dieses ehrenamtlichen Dienstes eindrucksvoll unterstreicht.
Spiel, Spaß und Nachwuchsförderung
Neben der schweren Technik kam auch der Spaß nicht zu kurz. Bei Stationen wie Schlauchkegeln oder Leinen-Zielwerfen war Geschicklichkeit gefragt. Zudem durften die Besucher mit einem modernen Hohlstrahlrohr Löschübungen an einem „brennenden“ Spielhaus absolvieren. Zur Stärkung bot die Feuerwehr Kaffee und hausgemachten Kuchen an. Der gesamte Erlös aus diesem Verkauf kommt direkt der wichtigen Nachwuchsarbeit der Wehr zugute. Am Ende des Tages stand fest: Ein Einstieg in die Feuerwehr ist für Quereinsteiger und Jugendliche jederzeit möglich – die Verantwortlichen stehen für Fragen und Auskünfte stets gerne bereit.
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