Florianifeier 2026
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Quelle Text und Bilder: Dingolfinger Anzeiger 11.05.2026 Monika Ebnet
Idole der Gesellschaft
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Reisbach feierten den Heiligen Florian
In der Pfarrkirche St. Michael kamen die Feuerwehrkräfte der FFW Reisbach und Reith zusammen, um den Segen ihres Schutzpatrons zu erbitten. Die Florianifeier, die der Männerchor unter der Leitung von Manfred Groß mit der Bauernmesse umrahmte, zelebrierte Pfarrer Tony. Er ging in seinen Ausführungen auf den Heiligen Florian ein, der in seinem Leben gezeigt habe, was es bedeutet, für seinen Glauben einzustehen und sich den Menschen in Not zuzuwenden. Der Patron stehe für Mut, Treue und Opferbereitschaft. Die Feuerwehrleute, die man mit diesem Fest ehrte, laufen dorthin, wo andere davonlaufen. Sie retten, helfen, schützen – oft unbemerkt und oft unter Gefahr. Die Welt brauche diese Menschen mit Haltung, mit Glauben, mit Herz und mit Mut.
Im Anschluss kam man im Jägerstüberl in Niederreisbach am Esterlhof zusammen, wo Vereinsvorsitzender Josef Maier begrüßte. Nach einer deftigen Stärkung ging es zum offiziellen Teil über. Verdiente Feuerwehrkameraden durfte Kreisbrandrat Max Schraufnagl bei der Zusammenkunft auszeichnen. Retten, löschen, bergen, schützen sind die Hauptaufgaben der Feuerwehren. Gleichzeitig sorgen sie für eine Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens in den Orten. Neben der Pflichtaufgabe wird die Kameradschaft gepflegt, ob Florianifeiern, Maibaumaufstellen, das Feiern des Gründungsfestes – das macht das ländliche Leben so lebenswert, dankte er. Früher war es selbstverständlich, dass man zur Feuerwehr ging. Heute ist der Dienst bei der Feuerwehr außergewöhnlich. Die ehrenamtlichen Helfer ticken gleich: Sie haben das Helfersyndrom, Sicherheit ist Lebensqualität – ruft einer 112, dann ist innerhalb kürzester Zeit die Feuerwehr da.
„Wir schauen nicht weg, wir helfen unbürokratisch, schlagkräftig und professionell“, so Schraufnagl. Was hier geleistet werde, sei unbezahlbar. Die Werte, die vor über 150 Jahren die Gründungsväter gelegt haben, gelte es weiterzugeben an die nächsten Generationen. Das machen die Kommandanten und Jugendwarte in besonderer Weise. Dass der Kreisfeuerwehrjugendtag im Herbst in Reisbach ist, das freut ihn besonders. Dank ging an die Familien für das Verständnis, denn der Feuerwehrdienst ist sehr zeitaufwendig und müsse mitgetragen werden. Nur miteinander gehe es. „Die richtigen Idole der Gesellschaft für den Nachwuchs sind in den Reihen der aktiven Kräfte zu finden“, schloss er.
Ehrungen aktiver Kräfte
Kommandant Peter Jobst hatte die Laudatio vorbereitet. Stefan Aigner gehört der Wehr seit 25 Jahren als aktives Mitglied an. Er ist Atemschutzgeräteträger, war Atemschutzgerätewart, hat Leistungsprüfungen absolviert, das Fluthelferzeichen und Jugendleistungsabzeichen erhalten sowie diverse Lehrgänge besucht. Matthäus Aigner ist seit 40 Jahren aktive Kraft und war jahrzehntelang Atemschutzgeräteträger. Seit 1988 ist er Maschinist und immer da. Er war Gerätewart, hat die Leistungsabzeichen in allen Stufen abgelegt und vieles mehr.
Ebensfalls seit vier Jahrzehnten leitet Richard Breu den aktiven Dienst. Er begann seine „Karriere“ in Steinberg. Er ist Atemschutzgeräteträger, war Maschinist und war auch Atemschutzleiter. Er war Atemschutzgruppenführer, zwei Jahrzehnte Leiter der Verkehrslenkung, hat das Leistungsabzeichen in Wasser abgelegt, das Fluthelferabzeichen erhalten und vieles mehr. Zwei Kameraden leisten seit 50 Jahren aktiven Dienst, nämlich Günter Petrat und Rudi Madinger senior. „Das ist eine Hausnummer“, so Jobst. Petrat begann im Landkreis Landshut seinen aktiven Dienst und kam 1996 nach Reisbach. 59 Jahre war er aktiv, es kam die Altersgrenze und er musste drei Monate aussetzen bis zur Gesetzesänderung. Atemschutzgeräteträger, Maschinist, Fluthelferabzeichen, Zugführer, Gruppenführer und auch stellvertretender Vereinsvorsitzender – Dank sagte man für dieses Engagement und zollte Respekt. Madinger ist seit 1990 Maschinist, Gruppenführer, war stellvertretender Jugendwart und Jugendwart.
In diesem Jahr „griff“ er nochmals an und trägt Verantwortung als Zweiter Vorsitzender. Die Leistungsprüfung Wasser legte er allesamt ab, auch der neuen Herausforderung THL stellt er sich. Schraufnagl sprach großen Respekt dafür aus, was hier geleistet wurde.
Vonseiten der Feuerwehr wurden auch Alexander Wimmer (zehn Jahre), Andreas Brandstetter (20), Josef Maier und Stefan Maier (30) für ihren langjährigen aktiven Dienst gedankt. Passive Mitglieder wurden durch den Vorsitzenden gewürdigt: Georg Kerscher und Alfons Köppl senior. Beachtliche sechs Jahrzehnte gehören sie der Wehr mit an und waren tragende Säulen, brachten sich verantwortungsvoll ein in vielerlei Hinsicht, ob im aktiven Dienst oder im Vereinswesen. Als fördernde Mitglieder wurden Manfred Garbaczek, Felix Dech (zehn), Matthias Beyer, Florian Brandner, Helmut Weber, Thomas Wimmer (20) und Michael Maier (30) ausgezeichnet.
Fachleute im Einsatz
Landrat Werner Bumeder dankte für herausragende Jahre, die in der Feuerwehr geleistet wurden. Der Dienst sei nicht mit Geld aufzuwiegen. Dass auch die Familien zur Florianifeier eingeladen werden, wertet er als wunderbares Zeichen. Feuerwehrler ist man nicht alleine, das müsse die Familie mittragen und unterstützen. Als Landrat könne er nur stolz sein über die Leistungsstärke. Die Bürger dürfen auf Sicherheit und Hilfeleistung zählen. Es kommen Fachleute zur Einsatzstelle, die professionell ihren Dienst tun.
Dank ging an die Marktgemeinde, die die Feuerwehren so gut ausstattet und damit das Equipment stellen. Der kommissarische Zweite Bürgermeister Martin Huber schloss sich den Dankesworten für den geleisteten Dienst an. Er zitierte das Werbebanner: „Stell Dir vor Du drückst, und jeder drückt sich.“ Als Selbstverständlichkeit wird oftmals das Helfen angesehen. Als Kommune könne man die Technik und Ausrüstung stellen, doch es brauche die Menschen, die sich in den Dienst der Sache stellen.
Die anstehenden Termine gab Josef Maier bekannt: 4. Juni Fronleichnamsprozession, 7. Juni Gründungsfest FFW Haberskirchen, 5. Juli Gründungsfest Feuerwehr Mengkofen, 10. Juli Volksfestauszug, 12. Juli Gründungsfest Feuerwehr Frauenbiburg, 18. Juli Vereinsausflug nach Kufstein, 26. Juli Gründungsfest Feuerwehr Dornwang sowie am 27. September das Hallenfest. Als Ehrengäste waren vor Ort: Zweiter Bürgermeister Martin Huber, Pfarrer Tony, Kreisbrandrat Max Schraufnagl, Kreisbrandmeister Thomas Prinz, Ehrenkreisbrandmeister Franz Haslbeck, Festmutti Martha Haslbeck, Ehrenkommandant Rudi Kellner, Ehrenvorstand Mike Steiger, die Ehrenmitglieder Georg Kerscher und Franz Stinglhammer.



